5 Fehler bei der Renovierung – und wie Sie sie vermeiden

Praxis

5 Fehler bei der Renovierung – und wie Sie sie vermeiden

Die fünf häufigsten Fehler bei der Renovierung und wie Sie sie umgehen: Budget, Reihenfolge, Absprachen, Eigenleistung und Planung. Ehrlich erklärt.

Robert Schill

Robert Schill · Maurermeister

18. November 2025

Eine Renovierung macht aus einem in die Jahre gekommenen Zuhause wieder etwas, in dem man gern wohnt. Zwischen der schönen Vorstellung und dem fertigen Ergebnis liegen aber ein paar Stolperfallen, in die viele Bauherren tappen. Die gute Nachricht: Die meisten davon lassen sich vermeiden, wenn man sie kennt. Hier sind die fünf Fehler, die uns aus der Praxis am häufigsten begegnen, und wie Sie ihnen aus dem Weg gehen.

Fehler 1: Das Budget zu knapp kalkulieren

Der Klassiker. Es wird bis zur letzten Fliese genau durchgerechnet, aber kein Cent für Unvorhergesehenes eingeplant. Dann kommt beim Aufstemmen des Bades eine feuchte Wand zum Vorschein oder eine marode Leitung, und schon gerät das ganze Vorhaben ins Wanken.

Der Fix: Planen Sie von vornherein einen Puffer ein. Als grobe Orientierung sind zehn bis zwanzig Prozent des Budgets als Reserve sinnvoll, bei Altbauten eher am oberen Ende. Dieses Polster nimmt Ihnen den Druck, wenn doch etwas dazwischenkommt. Und das tut es bei Renovierungen erstaunlich oft.

Fehler 2: Die falsche Reihenfolge der Gewerke

Wer das neue Parkett verlegt und danach erst die Wände stemmen lässt, ärgert sich zu Recht. Bei einer Renovierung greift ein Gewerk ins nächste, und die Reihenfolge entscheidet darüber, ob am Ende alles glattläuft oder ob ständig nachgebessert werden muss.

Der Fix: Erst die groben, schmutzigen Arbeiten, dann die feinen. Also Rohbau und Installation vor dem Putz, Putz vor dem Bodenbelag, Boden vor dem finalen Anstrich. Klingt logisch, gerät im Eifer des Gefechts aber gern durcheinander. Ein erfahrener Betrieb hat diese Abfolge von Anfang an im Kopf.

Fehler 3: Unklare Absprachen ohne Festpreis

„Das machen wir dann schon irgendwie” ist der Satz, aus dem später Streit wird. Wenn nicht schwarz auf weiß steht, welche Leistung zu welchem Preis erbracht wird, sind Missverständnisse programmiert. Am Ende liegt eine Rechnung auf dem Tisch, die deutlich höher ausfällt als gedacht.

Der Fix: Lassen Sie sich ein nachvollziehbares Angebot geben, am besten mit Festpreis und klarer Leistungsbeschreibung. Dann wissen beide Seiten, woran sie sind. Was wir zusagen, halten wir ein, und genau das sollten Sie von jedem Betrieb erwarten dürfen.

Fehler 4: Die eigenen Fähigkeiten überschätzen

Selbst Hand anlegen spart Geld, keine Frage. Beim Streichen, Tapezieren oder bei einfachen Abrissarbeiten spricht auch nichts dagegen. Kritisch wird es erst, sobald Statik, Elektrik oder Feuchtigkeit ins Spiel kommen. Eine tragende Wand ist schneller versehentlich geschwächt, als man denkt, und eine selbst verlegte Leitung wird schnell zur Gefahr.

Der Fix: Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Machen Sie die Arbeiten, die Sie wirklich können, und überlassen Sie den Rest dem Fachmann. Das ist am Ende günstiger, als hinterher einen Pfusch wieder geradezuziehen, und vor allem sicherer.

Fehler 5: Einfach drauflos ohne Planung

Die Motivation ist groß, also wird sofort losgelegt. Ohne durchdachten Plan rächt sich das aber schnell: Material fehlt im entscheidenden Moment, die Handwerker lassen sich nicht sauber koordinieren, und Entscheidungen fallen unter Zeitdruck, die man später bereut.

Der Fix: Nehmen Sie sich vor dem ersten Hammerschlag Zeit für die Planung. Was soll wann passieren, welche Materialien werden gebraucht, wer macht was? Eine saubere Vorbereitung kostet ein paar Stunden und spart Ihnen hinterher ganze Tage.

Kurz zusammengefasst

  • Immer einen Budgetpuffer einplanen, gerade beim Altbau.
  • Gewerke in der richtigen Reihenfolge, von grob nach fein.
  • Alles schriftlich, am besten mit Festpreis.
  • Eigenleistung ja, aber nicht bei Statik, Elektrik und Feuchte.
  • Erst planen, dann anfangen.

Eine Renovierung muss kein Drahtseilakt sein. Mit etwas Vorbereitung und einem verlässlichen Partner an Ihrer Seite läuft das Ganze deutlich entspannter. Wenn Sie in Hamburg und im Umland eine Renovierung planen und sich vorher beraten lassen möchten, melden Sie sich gern bei uns. Lieber einmal in Ruhe vorher reden, als hinterher nachbessern.

Häufige Fragen

Wie viel Puffer sollte ich beim Renovierungsbudget einplanen?

Als grobe Orientierung sind zehn bis zwanzig Prozent Reserve sinnvoll, bei Altbauten eher mehr. Je älter das Haus und je weniger Sie über seinen Zustand wissen, desto größer sollte das Polster sein. Hinter Wänden und unter Böden warten erstaunlich oft Überraschungen, die vorher niemand sehen konnte.

Welche Arbeiten sollte ich auf keinen Fall selbst machen?

Alles, was mit Statik, Elektrik, Gas oder Feuchtigkeit zu tun hat, gehört in Fachhände. Hier geht es um Sicherheit, und ein Fehler wird schnell teuer oder sogar gefährlich. Tapezieren oder Streichen können Sie dagegen problemlos selbst übernehmen, wenn Sie Zeit und Lust haben.

Lohnt sich ein Festpreis bei einer Renovierung?

Meistens ja. Ein klar definierter Festpreis schafft Planungssicherheit und schützt vor bösen Überraschungen auf der Schlussrechnung. Wichtig ist nur, dass vorher sauber festgehalten wird, was zum Auftrag gehört und was nicht. Sonst beginnt der Streit genau an dieser Stelle.

Robert Schill

Robert Schill, Maurermeister

Geschäftsführer von Schill & Sellmeyer – Bauunternehmen und ausbildender Meisterbetrieb in Hamburg. Seit 2015 steht er für ehrliche Beratung und solides Handwerk.

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